Familienwanderung Teufelsgasse

Der Wetterbericht für den ursprünglichen Termin, den 03.06.2026, war bedauerlicherweise so schlecht, dass wir die Tour absagen bzw. verschieben mussten. Am 04.08., wunderbar am Beginn der Sommerferien, meinte es Petrus dafür umso besser mit uns, so dass wir zu 14t (8 Erwachsene, 6 Kinder zw. 5 und 10 Jahren) mit 3 Autos Richtung Tirol starten konnten.


Am Parkplatz an der Faulnerkapelle in Hinterberg / Kirchdorf wartete dann auch schon ein sehr großer, holzgeschnitzter Teufel auf uns, der uns zur Wanderung in die nach ihm benannte Gasse herzlichst einlud. Die Stimmung war gut und die ersten Meter auf dem gewundenen Forststräßchen waren für alle Teilnehmer(innen) ohne Probleme zu meistern, wohl auch deshalb, weil zwar die Sonne bereits am weißblauen Himmel stand, aber noch nicht allzu erbarmungslos auf uns herniederbrannte. Nach ca. 45 Min. gemütlicher Gehzeit (ein erstes, motivierendes „Gummibärli-Päuschen“ hatten wir auch schon hinter uns) kamen wir dann an die Abzweigung am Waldrand, die uns Richtung Teufelsgasse führte.


Nun wurde der Weg schattiger und deutlich abwechslungsreicher zu gehen und wir brauchten nicht lang´, bis wir den eigentlichen Eingang zur Gasse erreichten. Spätestens jetzt begann für Alle „Das große Abenteuer“! Der stimmungsvolle Text an der Eingangstafel, die z.T. links und rechts vom Weg steil aufsteigenden Felswände, die angenehme Kühle und sogar die eine oder andere „Kraxelstelle“ machen diesen Wegabschnitt zu einem reinen Vergnügen und einem echten Wanderhighlight nicht nur für Kinder. Die Größeren liefen schon mal vorne weg, erkundeten und erschreckten dann die gemütlichen Nachzügler. Es wurde gespielt, gelacht, gehüpft und gekraxelt. Ein besonderes Zuckerl waren dabei die extrem kinderfreundlichen Wegweiser beispielsweise zu den Aussichtspunkten „Teufelskanzel“ und „Teufelsthron“, die auch den Kleinsten ermöglichten, die angegebene Strecke in Rekordzeit zurückzulegen. Die erste Brotzeit wurde dann auch gleich beim Gipfelbuch an der Kanzel gemacht, allerdings wurde nicht lange pausiert, da Alle schon gespannt waren, wie es weitergeht.
Als wir nach gefühlt viel zu kurzer Zeit am Waldrand ankamen, führte uns eine geschlängelter Weg, vorbei an einer friedlich grasenden Kuhherde unserem eigentlichen Ziel, dem Prostkögerl entgegen. Bäume und Schatten gibt´s hier zwar wenig, aber die Aussicht auf das Gipfelkreuz motivierte ebenso, wie die Vorfreude auf ein erfrischendes Kaltgetränk auf der Prostalm (wenn nicht hier, wo dann ;o). Der Großteil der Gruppe machte sich dann auch noch vor der Einkehr auf den Weg zum Gipfel und wieder waren es die Kinder, die in unglaublichem Tempo das Ziel erreichten. Hier konnten wir die Aussicht auf den Wilden Kaiser genießen und nach weiterer kurzer Rast schnellen Schrittes dem Mittagessen auf der Hütte entgegeneilen.


Nach ausgiebiger Stärkung (Gulaschsuppe, Würstel, Speckplatten, kühle Getränke, Kuchen, Eis, …) ging es dann allmählich an die Planung des Abstieges (einige besonders verwegene Gipfelstürmer, rannten trotz der mittlerweile großen Hitze noch ein 2. Mal zum Kreuz). Die Gruppe entschied sich einstimmig gegen den ursprünglich angedachten Rundweg über die Sprißleralm für den bereits beim Aufstieg genossenen, deutlich schattigeren und somit angenehmeren Weg durch die Teufelsgasse. Langweilig wurde es uns dabei nie, denn das Abenteuer ging einfach in die zweite Runde!
Abschließend bleibt zu sagen, wer nach einer schönen Tour für eine Familienwanderung mit Kindern etwa ab Grundschulalter sucht, wird bei dieser Wanderung seine wahre Freude haben. Selten war der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ so passend, wie hier bei der Route durch die Teufelsgasse auf´s Prostkögerl. Ein echter Geheimtipp, der unbedingt zum Nachahmen anregt! Ein herzliches „Vergelt´s Gott“ an Alle, die dabei waren.